EWR 2 (2003), Nr. 5 (September/Oktober 2003)

Andreas Dörpinghaus
Logik der Rhetorik
Grundriss einer Theorie der argumentativen Verständigung in der Pädagogik
Würzburg: Königshausen & Neumann 2002
(248 Seiten; ISBN 3-8260-2285-8; 35,00 EUR)
Logik der Rhetorik Die Rhetorik, obgleich in der Antike (zumal der römischen) ein tragender Bildungsstrang, gehört in der Neuzeit zu den allenfalls stiefmütterlich behandelten Wissensdisziplinen. Das seit Descartes hochgehaltene Wissenschaftsideal unbedingter und absoluter Gewißheit, ebenfalls die seither als verstaubt empfundene hölzerne Verschulung im scholastischen Trivium, haben die Rhetorik für Jahrhunderte aus dem universitären Fächerkanon verbannt. Erst in den letzten drei Jahrzehnten erlebt die Rhetorik, die auch unter dem (von Chaim Perelman geprägten) attraktiven Titel nouvelle rhétorique firmiert, einen enormen Aufschwung. Begünstigt wird diese rhetorische Renaissance zum einen von der (durch die moderne Wissenschaft selbst) zunehmend proklamierten Relativierung von Wahrheitsansprüchen, zum andern von (für demokratische Gesellschaften konstitutiven) Tendenzen zur Pluralisierung von Lebens- und Diskursformen. Die neue Fokussierung rhetorischer Themen hat (wie etwa die Arbeiten von Josef Kopperschmidt, Stephen Toulmin oder das von Gert Ueding herausgegebene, breit angelegte Historische Wörterbuch der Rhetorik bezeugen) inzwischen eine Art interdisziplinäres Forschungsprogramm evoziert, als deren jüngstes Meisterstück die von Christoph Rapp auf 1500 Seiten vorgelegte Übersetzung und Neukommentierung der Aristotelischen Rhetorik gelten kann.

Insofern ist es erfreulich, wenn rhetorische Fragestellungen auch für die Pädagogik fruchtbar gemacht werden sollen. Diese Absicht verfolgt die Logik der Rhetorik von Andreas Dörpinghaus. Der Untertitel "Grundriss einer Theorie der argumentativen Verständigung in der Pädagogik" deutet an, worauf die Untersuchung abzielt. Ihr erster Teil widmet sich der antiken Grundlegung der Rhetorik. Nach der Behandlung der griechischen Frühgeschichte der Rhetorik (bei den Sophisten, Isokrates und Platon) bilden die Ausführungen zu Aristoteles (und hier wiederum zu dessen Enthymemtheorie) den Schwerpunkt. Die römische Rhetorik (insbesondere Ciceros und Quintilians) wird unter Gesichtspunkten der hier manifesten Systematisierungsabsichten, ihrer Funktion in der Öffentlichkeit und ihrem Ethos behandelt. Die Gelenkstelle zwischen diesem Teil und dem "Aufriß einer Theorie der argumentativen Verständigung" markiert ein Kapitel über die "Argumentativ versierten Theoriestücke der tradierten ars rhetorica", worin die argumentativen Funktionen von inventio und elocutio reflektiert werden. In dem Kapitel zur argumentativen Verständigung untersucht Dörpinghaus zuerst die "Logik des rhetorischen Urteils" und dann, im Kontext mit den "urteilslogischen Konsequenzen", Fragen von Geltung und Zustimmung. Von diesem Themenfeld geht das Buch über zu dem, was sein Titel ankündigt: "Zur Logik der rhetorischen Argumentation". Hier beleuchtet der Text den Zusammenhang von Argumentation, Sprachspielgemeinschaft und Kontingenz. In einem eher kurzen (nicht weiter untergliederten) Passus wird die "Rhetorische Vernünftigkeit" thematisiert. Unter der Überschrift "Zur Funktion der argumentativen Verständigung in der Pädagogik" soll dann der sachliche Zusammenhang von Rhetorik und Pädagogik begründet werden. Den Abschluss bildet ein Kapitel über das (auf der Basis der bisher gewonnenen Resultate neu zu fassende) Problem des Ich in der Pädagogik, dessen Titel "Vom Ich-Sager zum Selbst-Erfinder" zugleich Programm ist. In demselben Kapitel plädiert der Autor für die These von der "Bildung als Verzögerung". Eine Bilanz seiner Analysen zieht Dörpinghaus unter dem Titel "Von der Schönheit des Wissens".

"Die wissenschaftliche Pädagogik besitzt in der Rhetorik eine systematisch und historisch affine Theorieform, die mit Vorsicht, aber auch Engagement für Bildung, Erziehung und Unterricht eine neue Orientierung geben kann; besonders die Frage nach einer grundständigen pädagogischen Wissenschaftstheorie interessiert in der Klärung des Verhältnisses von Pädagogik und theoretischer Rhetorik." (14f.) Diese Kernthese des Buches von Dörpinghaus verlangt Auskunft darüber, warum und wofür ausgerechnet die Rhetorik solche Orientierung bieten könnte, und was überhaupt unter Rhetorik zu verstehen ist. Dörpinghaus konstatiert, mit dem Ausgang der Moderne sei ein "Abschied vom Prinzipiellen" (Marquard) erfolgt, "philosophische Wahrheit" könne "nur noch innerhalb einer Argumentationstheorie konzeptualisiert werden" (13), "pädagogisches Urteilen und Handeln" sei "nicht mehr ohne weiteres singulär zurückzuführen auf eine Ich-Identität als Subjekt", "angemessener" sei vielmehr "die Rede von Ich-Identitäten oder hypothetischen Ich-Erfindungen" (16), und: "Ordnung zersplittert modern, zerbricht vollends nachmodern" (40). Begründungen für dieses Ensemble postmoderner Klischees liefert das Buch nicht. Der "nachmoderne" Befund verdankt sich einem unausgesprochenen geschichtsteleologischen Zirkel: Ordnung ist zerbrochen, weil wir in der Nachmoderne leben; und wir leben in der Nachmoderne, weil Ordnung zerbrochen ist!

Einher mit dieser Diagnose geht die Feststellung, dass sich Urteile "zunehmend auf den Bereich des Kontingenten" beziehen (12) und wir "unter Bedingungen kontingenter Lebenswelten" existieren (14). Exakt hierin liege die Verbindung zur Rhetorik. Für Dörpinghaus ist Rhetorik "seit Aristoteles" jene Disziplin, die sich mit dem Kontingenten beschäftigt: "Die Gegenstände der Rhetorik sind [...] kontingent." (12) An der aristotelische Rhetorik geht diese Deutung vorbei: Ihr expliziter Gegenstand ist es, das Überzeugende bei einer jeden Sache zu betrachten (Arist. Rhet. 1355b25 f.). Dieses Überzeugende ist keineswegs so kontingent, wie es die postmoderne Deutung annimmt. Ausdrücklich unterscheidet Aristoteles zwischen echter und nur scheinbarer Überzeugung. Seine Rhetorik zielt auf die Angabe von objektiven Bedingungen, unter denen subjektive Überzeugungen zustande kommen. Für Aristoteles besteht das wichtigste Überzeugungsmittel im Beweis. Dies ist deshalb so, weil das Publikum dazu talentiert ist, eben jenes Wahre zu erkennen, das Dörpinghaus mit seiner "nachmodernen" Theorie eliminieren will.

Aus dem elementaren Missverständnis über das, was die Theorie der Rhetorik leisten soll, wird begreiflich, weshalb der Autor zu seinem Thema keinen Zugang findet. Ein zweiter Grund hierfür liegt in der fehlenden Differenzierung von (i) Reden, (ii) dem auf Überredung zielenden regelhaften Gebrauch von Reden und (iii) einer Theorie der Rhetorik. Ein dritter Grund liegt in der Methode des Buches: Die antike Grundlegung der Rhetorik ist Dörpinghaus ein Steinbruch, aus dem er willkürlich Brocken herauslöst, um sie in sein "Sprachspiel der Pädagogik" (14) einzufügen. Diese Absicht wird keineswegs verhehlt. Aufschlussreich ist die Kommentierung der Kapitelüberschrift "Zur Genealogie der Rhetorik in der Antike": "Eine Genealogie der Rhetorik ist der Versuch, im Sinne einer Archäologie des Wissens systematische Gesichtspunkte freizulegen, die unter nachmodernen Bedingungen des Verlustes von Letztbegründungen Orientierungen im Denken und Urteilen ermöglichen." (24) Der Autor will also etwas "freigelegen"! Was eigentlich war denn vor Dörpinghaus so verborgen? So besteht die fragwürdige Hermeneutik des Buches in dem Verfahren, die postmodernen Vorurteile zunächst in die Antike hineinzudeuten, um sie dann dort wieder herauszuforschen. Auf knapp drei Seiten analysiert der Verfasser den Verfall der Rhetorik von der Renaissance bis hin zu Nietzsche. Das ist interessant, aber nicht originell. Der Verfasser selbst verweist auf Blumenbergs Diktum, die Rhetorik habe es "mit der Verlegenheit zu tun, die sich aus der Unmöglichkeit ergibt, Wahrheit zu erreichen" (27). Dörpinghaus hält diese These für "aktuell". Deswegen, so seine "Vermutung, ist auch die Rhetorik aktuell, wenngleich ihre Wurzeln weit zurückreichen" (ebd.). Dass diese Wurzeln in der demokratischen Verfasstheit der griechischen Polis im 5. Jh. v. Chr. liegen, trifft zwar zu, ist in der dargelegten Allgemeinheit aber eher Lexikonwissen. Das Wenige, was hierzu präzise gesagt wird, ist Zitat. Dörpinghaus ist noch nicht bei Gorgias (dem ersten, von dem Texte zur Rhetoriktheorie überliefert sind) angelangt, da bietet er dem Leser bereits unter der Überschrift "Von der anthropologischen Deutung der Unerlässlichkeit der Rhetorik" eine "andere Ursprungsfigur" (34). Als Referenten dieser Sprachentstehungstheorie wählt Dörpinghaus Quintilian (warum nicht Cicero?). Die besondere Frage nach dem rhetorischen Ursprung verformt sich auf diese Weise in die allgemeine nach der Sprachlichkeit des Menschen. Da dem Autor selbst diese Problematik noch als zu inferior scheint, droht die Thematik zeitweise in eine "Phänomenologie der Leiblichkeit" abzugleiten (vgl. 35, Anm. 65). Der Leser, der ungeduldig auf die versprochene "Genealogie" der Rhetorik wartet, hört nun Versatzstücke aus Quintilian, Cicero, Aristoteles, Helmer, Gadamer, Vico, Wittgenstein, Nietzsche und (immer wieder) Blumenberg. Von der Genese der antiken Rhetorik ist dabei ebenso wenig die Rede wie davon, wie diese Positionen sachlich zusammenhängen. Als Methode dieser sog. "wissenschaftliche[n] Pädagogik" offenbart sich die der freien Assoziation.

Unter Punkt 2.4 behandelt der Verfasser "Die griechische Rhetorik" (als wenn die unter Punkt 2.2 behandelte griechische Polis ganz ungriechisch wäre). Auf einer halben Seite (42) wird eine ungelenke Auflistung wichtiger "Personen" vorgelegt, die weder Quellen angibt noch zwischen Rednern und Rhetoriktheoretikern unterscheidet. Sie vermittelt überdies den Eindruck, mangelnder Sachkenntnis: So sei Thrasymachos aus Kalchedon [!] "wahrscheinlich" [!] ein Zeitgenosse des Sokrates und von Lysias hören wir, dass er "auch im Phaidros auftritt" [!]. Hiernach folgt dann plötzlich ein sachlich nicht nachvollziehbarer Gedankensprung zu Nietzsche. Völlig unvermittelt erfährt der Leser, die "Affinität zum ästhetischen Spiel" sei "eine Besonderheit der Rhetorik im antiken Griechenland", ja dieses Spiel liege gar "im griechischen Wesen" (43). In Wahrheit hat von den genannten Autoren einzig Gorgias in seiner Helenarede nicht die Rhetorik selbst, sondern die Niederschrift dieser Rede mit dem Spiel in Verbindung gebracht. Dieser, insbesondere für Platons sog. Schriftkritik im Phaidros wichtige Punkt wird indes von Dörpinghaus nicht berücksichtigt. Er zitiert zwar einen wichtigen Passus der Helena-Rede, übersieht aber die Kernaussage (die Macht und psychagogische Wirkung des Logos), weil er die Auswertung auch dieses Textes eher Nietzsche zutraut als sich selbst. Insbesondere entgeht dem Interpreten (der verschiedentlich die "Leibgebundenheit" der Rhetorik betont) die eigentliche Pointe des Gorgias: Ausdrücklich begreift dieser nämlich die Rede selbst als einen Leib. Schlichtweg falsch ist die Behauptung, Gorgias hätte den bereits von Teisias und Korax unterschiedenen Redegattungen (Gerichts- bzw. beratende Rede) das Genre der Festrede hinzugefügt. Anachronistisch ist ferner die These, Gorgias und die Sophisten hätten Logos, Ethos und Pathos als "wichtige Markierungen im argumentativen Arrangement hervorgehoben" (48).

Die Ausführungen zu Isokrates sind nicht auf dem aktuellen Stand der Forschung. Die von Dörpinghaus unterstrichene enge Bindung des Paideia-Gedankens an Isokrates’ Rhetorikkonzept hatte bereits W. Jaeger betont. Nach dem gewichtigen Isokratesbuch von Chr. Eucken (1983) hätte mindestens der Hinweis erfolgen müssen, dass Isokrates sein "Bildungskonzept" an keiner einzigen Stelle unter dem (von ihm nirgends verwandten) Terminus ‚Rhetorik’, sondern unter dem der ‚Philosophie’ begriffen sieht. Dörpinghaus vernachlässigt auch (den gerade für seinen Ansatz nützlichen) isokratischen Kernbegriff des Kairos. Übergangen ist ebenfalls die von Isokrates in or. XIII, 16 f. aufgebrachte Forderung, das Ganze der Rede solle zur Seelenbildung der Schüler in musische und eurhythmische Worte gebracht werden. Statt auf die fundamentale Bedeutung dieses Gedankens für jede "ästhetische" Sprachbildung wenigstens hinzuweisen, wird an die textfernen Reflexionen der lose Satz angeklebt: "Auch beachtete [!] er den Rhythmus einer Rede." (50)

Was Dörpinghaus über Platon schreibt, berührt nicht einmal die Oberfläche der Platonischen Philosophie. Das beweist sich nicht nur an dem Satz, dass Platon der "Rhetorik nichts abgewinnen konnte, sie erschien ihm substanzlos [!], inhaltsleer, kurzum unphilosophisch" (52f.). Immerhin hat Platon den Ausdruck rhetorike techne erfunden. Nicht einmal im Gorgias geht es Platon um eine vernichtende Kritik von Rhetorik schlechthin. Sokrates besteht allerdings darauf, dass der wahre Redner auch das Wahre sagen müsse. Freilich widerstrebt es dem postmodernen Relativisten, die von Platon mit guten Gründen eingeführte Differenz von Glauben und Wissen anzuerkennen. Dörpinghaus ist ebenfalls blind für den Sachverhalt, dass (i) die platonische Dialogform selbst und (ii) die darin vorgeführte Methode des regelhaften argumentativen Gesprächs (dialektike techne) in der modernen Forschung als Ur- und Vorbild einer argumentativen Theorie der Verständigung gelten. Insofern ist Dörpinghaus nicht auf dem Stand der aktuellen Forschung, wenn er Platons Position "vor dem Hintergrund des unbedingten Glaubens an die Möglichkeit über Wahrheit zu verfügen [...]" "verständlich" findet (57). Das Diktum schließlich, Platon habe die "wahre Rhetorik undifferenziert der Philosophie angehängt" (59), belegt, dass der Autor den Gesamtkontext des Gorgias, den Zusammenhang von rhetorischer und philosophischer Lebensform, schlichtweg ignoriert. Es folgt eine Interpretation der Aristotelischen Rhetorik, bei der am Ende herauskommt, es handle sich hier um eine "Theorie der Unvollständigkeit". Was Aristoteles mit der Rhetorik wirklich wollte, liest man besser in der neuen, umfangreichen und präzisen Akademie-Kommentierung von Chr. Rapp.

Das dritte Kapitel behandelt die "argumentativ versierten Theoriestücke der tradierten ars rhetorica". Von den fünf klassischen officia oratoris behandelt Dörpinghaus einzig inventio und elocutio. Dabei weiß der Autor selbst (vgl. 97), dass nach klassischer Auffassung die Stillehre gerade nicht zur argumentatio gerechnet wurde. Das vierte Kapitel entfaltet den "Aufriss einer Theorie der argumentativen Verständigung". Dörpinghaus votiert dafür, dass die (als quaestio iuris verstandene) Geltungsfrage sich fortan auf sich selbst beziehen und deshalb in eine quaestio argumentationis überführt werden müsse. Da sich Geltung nur noch in der Zeit (im Vollzug) aktualisiere, soll sie "diesseits der Transzendentalität" gedacht werden und auf "assentielle Verständigung und argumentativen Widerstreit" abzielen (114). Die Konsequenz dieser Forderung besteht darin, dass allein die "Diskursgemeinschaft" via Zustimmung (bzw. Ablehnung) darüber entscheidet, ob ein Urteil [ihr?] "passt" oder nicht. Hier könnte eingewendet werden, dass es bei wissenschaftlichen Begründungen um die Wahrheit bzw. Falschheit von Aussagen geht. Psychische Modi wie "Gewißheit", "Evidenz" oder "Zustimmung" sind hierfür allenfalls akzidentell. Im folgenden werden Kants ästhetische Urteile im Kontext einer "Logik des rhetorischen Urteils" diskutiert (118 ff.). Um diese eigenartige Interpretation einsichtig zu machen, wird der Kantische Terminus des sensus communis in den von Dörpinghaus kurzerhand erfundenen Begriff sensus communis rhetoricus überformt! Halbwegs gelungen sind die Überlegungen zu Wittgenstein. (vgl. 142 ff.). Hier wird unter Punkt 5.2 eine tragfähige Differenzierung zwischen sog. primären und sekundären Kontingenzen entwickelt. Mit einer "Logik der Rhetorik" hat das indes nichts zu tun.

Auch wenn das Buch nicht hält, was der Titel verspricht, lehrreich ist es dennoch: Es ist ein Musterbeispiel dafür, wie postmoderne Dogmen in Umlauf kommen. Wer die Unkenntnis realer Sachverhalte durch einen systematischen Verzicht auf Methoden zu kompensieren sucht, dem muss die Welt in der Tat als durchweg kontingent und Wahrheit als obsolet erscheinen. Wissen, so sagt der Autor selbst, ist für sich genommen noch kein Argument. Indes, dies sei erwidert, ohne Wissen gibt es keine Argumente. Ebenfalls die Transformation von Wissen in Argumente erfordert Wissen – rhetorisches Wissen nämlich. Aufklärung über diese differenten Wissensformen wäre auch Aufgabe einer wissenschaftliche Pädagogik. Ob allerdings der Gebrauch von Wissen allein einer "Logik der Rhetorik" anvertraut werden sollte, dies bleibt auch und vor allem nach Dörpinghaus eine offene Frage.
Martin F. Meyer (Münster)
Zur Zitierweise der Rezension:
Martin F. Meyer: Rezension von: Dörpinghaus, Andreas: Logik der Rhetorik, Grundriss einer Theorie der argumentativen Verständigung in der Pädagogik, Würzburg: Königshausen & Neumann 2002. In: EWR 2 (2003), Nr. 5 (Veröffentlicht am 01.10.2003), URL: http://www.klinkhardt.de/ewr/82602285.html