EWR 8 (2009), Nr. 3 (Mai/Juni)

Frank Tosch (Hrsg.)
Friedrich Gedike (1754-1803) und das moderne Gymnasium
Historische Zugänge und aktuelle Perspektiven
Berlin: Weidler Buchverlag 2007
(179 S.; ISBN 978-3-89693-512-0; 26,00 EUR)
Friedrich Gedike gehörte dem Klappentext des Buches zufolge „zu den bedeutendsten Schulmännern Preußens“. Mit dem Ziel, seine Verdienste um die Entwicklung des Gymnasiums und die Lehrerbildung sowie seine prägende Rolle in der Berliner Aufklärungsgesellschaft einer bildungsgeschichtlich interessierten Öffentlichkeit bekannt zu machen, veranstaltete die an der Universität Potsdam angesiedelte Forschungsstelle für Berlin-Brandenburgische Bildungsgeschichte zum 250. Geburtstag Gedikes im November 2004 eine Tagung, deren Beiträge hier wiedergegeben werden.

Die Biografie Gedikes wird zu Beginn des Bandes in zwei Quellen und im Aufsatz des profilierten Gedike-Forschers Harald Scholtz thematisiert, der den Schulpädagogen, Publizisten und Bildungspolitiker in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen stellt. Den Beitrag Gedikes zur Entwicklung der Lateindidaktik untersucht Andreas Fritsch, sein Wirken in den unterschiedlichsten Gesellschaften der Berliner Aufklärung Hanno Schmitt. Es folgt ein Aufsatz von Jürgen Overhoff, der vergleichend die Ideen zur Bildungsfinanzierung bei Adam Smith und Gedike in den Blick nimmt, während Christoph Lüth sich mit dem Deisten Gedike und seiner Stellung zu Fragen der Religion in der Erziehung befasst. Anschließend widmen sich drei weitere Aufsätze „Fragen der Rezeption und Aktualisierung von Friedrich Gedikes aufgeklärter Gymnasialpädagogik“ (12). Dabei vergleicht Frank Tosch die Reformideen Gedikes mit später praktizierten Organisationsmodellen, um Übereinstimmungen aufzuzeigen, während Meinert A. Meyer die Vorstellungen Gedikes von einer „Verbindung des wissenschaftlichen und philologischen Schulunterrichts“ hinsichtlich ihrer Bedeutung für die heutige Fremdsprachendidaktik analysiert. Ein wenig aus der Reihe tanzt lediglich der letzte Aufsatz, in dem Frauke Stübig ohne expliziten Verweis auf Gedike Reformvorschläge für die gymnasiale Oberstufe unterbreitet. Somit liefert der mit Abbildungen ansprechend gestaltete Band facettenreiche Beiträge zur Gedike-Forschung auf hohem Niveau.
Rüdiger Loeffelmeier (Berlin)
Zur Zitierweise der Annotation:
Rüdiger Loeffelmeier: Annotation zu: Tosch, Frank (Hg.): Friedrich Gedike (1754-1803) und das moderne Gymnasium, Historische Zugänge und aktuelle Perspektiven. Berlin: Weidler Buchverlag 2007. In: EWR 8 (2009), Nr. 3 (Veröffentlicht am 05.06.2009), URL: http://www.klinkhardt.de/ewr/annotation/978389693512.html