EWR 8 (2009), Nr. 2 (März/April)

Kristin Heinze
Zwischen Wissenschaft und Profession
Das Wissen über den Begriff "Verbesserung" im Diskurs der pädagogischen
Fachlexikographie vom Ende des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts
Opladen & Farmington Hills: Budrich Unipress 2008
(396 S.; ISBN 978-3-940755-05-6; 39,90 EUR)
Zwischen Wissenschaft und Profession Diese Arbeit zum Begriff „Verbesserung“ stellt, nach einer Einleitung mit theoretischen und methodischen Vorüberlegungen (u.a. zu Diskursanalyse, Hermeneutik und Begriffsgeschichte), vier pädagogische Nachschlagewerke aus den Jahren 1774 bis 1841/42 vor. Dazu gehören detaillierte Informationen über die Autoren – es handelt sich um alphabetisch sortierte Darstellungen von jeweils einem Autor – deren Hintergründe und andere Werke sowie Beziehungen, in denen sie standen, v.a. aber recht ausführlich gehaltene Inhaltsbeschreibungen der Lexika. Diese inhaltliche Darstellung bezieht sich auf alle Lemmata der jeweiligen Werke, wobei die Zielsetzung, „das Wissen über den Begriff ‚Verbesserung‘ im Kontext der sich herausbildenden Pädagogik als Wissenschaft zu rekonstruieren und die mit den jeweiligen pädagogischen Konzepten verbundenen Wirkungserwartungen […] nachzuzeichnen“ (11), leitend ist.

Die zu Beginn angekündigte Orientierung an verschiedenen methodischen Ansätzen wird nur teilweise eingelöst: methodisch handelt es sich weitgehend um eine traditionell hermeneutische Arbeit, was wohl mitverantwortlich ist für eine zuweilen im Detail (und in einem umfassenden Nachweisapparat) sich verlierende Darstellung. Die wie Monografien behandelten Lexika werden zwar im Kontext anderer Schriften der Autoren und mit Blick auf die genannten und ungenannten Quellen breit vorgestellt und die einzelnen Abschnitte zu den Lexika bieten je für sich interessante Einblicke, doch vermisst man eine systematische, die Einzelergebnisse zusammenführende Gesamtanalyse des Materials (es gibt z.B. keine vollständige Listen der Lemmata, aus der man die Kontexte des Themas „Verbesserung“, mithin die thematischen Schwerpunkte der Werke je für sich rekonstruieren könnte), was sich auch in der angesichts der ausgebreiteten Details unverhältnismäßig kurzen (vier Seiten) „Schlussbetrachtung“ spiegelt, die in der Ergebnisformulierung eher formal bleibt und erneut Beispiele anführt, statt zu einer auch auf den Haupttitel des Bandes eingehenden Perspektive zu gelangen. So bleibt trotz interessanter Details leider manche Erwartung, die der Titel weckt, unbefriedigt.
Klaus-Peter Horn (Tübingen)
Zur Zitierweise der Annotation:
Klaus-Peter Horn: Annotation zu: Heinze, Kristin: Zwischen Wissenschaft und Profession, Das Wissen über den Begriff "Verbesserung" im Diskurs der pädagogischen Fachlexikographie vom Ende des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Opladen & Farmington Hills: Budrich Unipress 2008. In: EWR 8 (2009), Nr. 2 (Veröffentlicht am 27.03.2009), URL: http://www.klinkhardt.de/ewr/annotation/978394075505.html