EWR 8 (2009), Nr. 3 (Mai/Juni)

Gabriele Förster
Studien zur Schulgesundheitspflege in Pommern während der Weimarer Republik
(Greifswalder Studien zur Erziehungswissenschaft 11)
Frankfurt a.M.: Lang 2007
(403 S.; ISBN 978-3-631-56748-7; 59,70 EUR)
Studien zur Schulgesundheitspflege in Pommern während der Weimarer Republik Das Buch widmet sich einem für die Schule relevanten Gebiet, auf dem – so die Autorin – in den Jahren der Weimarer Republik „ein erheblicher Profilierungsprozess“ erfolgt sei (337). Zu diesem Ergebnis kommt sie nach einer Analyse des zeitgenössischen Diskurses in einschlägigen Zeitschriftenaufsätzen und wenigen Monographien. Dabei betrachtet sie keineswegs ausschließlich die Region Pommern – die Motive der Entscheidung für diese Region werden übrigens an keiner Stelle erläutert – sondern bezieht sich auch immer wieder auf Publikationen, die Bedeutung für ganz Preußen hatten. Insofern handelt es sich bei der Arbeit um eine Diskursanalyse zur Schulgesundheitspflege in der Weimarer Republik, die vor allem die Bereiche Schulhygiene, Leibesübungen, Umgang der Schülerinnen und Schüler mit Alkohol und Sexualität sowie Tuberkuloseprophylaxe in den Blick nimmt. Ein abschließendes Kapitel befasst sich zudem mit den Medien, die in diesem Zusammenhang in den Schulen zur Anwendung kommen sollten. Die auf umfangreichem und ausführlich zitiertem Quellenmaterial basierende Darstellung bringt die Anliegen einer Gruppe von Ärzten und Pädagogen anschaulich zum Ausdruck, womit die Autorin ein Ziel ihrer Studie durchaus erreicht hat. Man plädierte für eine Ausdehnung der Verantwortung von Schule und Lehrern für die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler. Dass die Umsetzung der damit verbundenen Ideen und Vorschläge „im Schulalltag häufig durch eine Vielzahl unterschiedlichster Probleme erschwert, schlimmstenfalls sogar verhindert wurde“ (8), bleibt jedoch lediglich eine zwar gut nachvollziehbare, in der Arbeit aber leider nur unzureichend belegte Behauptung der Autorin. Hier hätte nur ein konzentrierter Blick auf einzelne Schulen weiterhelfen können, der aber unterbleibt. Obwohl weitere Kritik – z.B. an der nur rudimentären Beschreibung der sozialgeschichtlichen Entwicklung der Region Pommern oder an der nur unzureichend belegten Behauptung einer starken Wirkung der Reformpädagogik auf die Entwicklung der Gesundheitspflege in der Regelschule (vgl. 56) – angebracht wäre, handelt es sich doch um eine anregende Darstellung, insbesondere für sich anschließende Forschungsarbeiten.
Rüdiger Loeffelmeier (Berlin)
Zur Zitierweise der Annotation:
Rüdiger Loeffelmeier: Annotation zu: Förster, Gabriele: Studien zur Schulgesundheitspflege in Pommern während der Weimarer Republik, (Greifswalder Studien zur Erziehungswissenschaft 11). Frankfurt a.M.: Lang 2007. In: EWR 8 (2009), Nr. 3 (Veröffentlicht am 05.06.2009), URL: http://www.klinkhardt.de/ewr/annotation/978363156748.html